• Blick über Waldhausen

  • Erinnerung an das stillgelegte Bergwerk

  • Blick auf die Eisenerzgrube

  • Bürgerhaus und Alte Schule

  • Das stillgelegte Bergwerk

 

Einblicke in die Geschichte Waldhausen

Liebe Waldhäuser Mitbürgerinnen und Bürger,

Verehrte Gäste der Festversammlung,

 

1125 Jahre Geschichte und Entwicklung Waldhausens darzustellen, wäre geeignet, unsere Festveranstaltung über Gebühr in die Länge zu ziehen und der Versammlung die Freude an dem Jubiläum zu nehmen. Deshalb beschränke ich mich auf einige kurze Einblicke in die Chronik Waldhausens, wobei nicht alle Epochen dargestellt werden können, da den Heimatforschern nicht immer ausreichende Quellen zur Verfügung stehen. Auch haben wir leider in Waldhausen trotz unserer langen Geschichte keine nennenswerten Bauwerke, an denen wir historische Entwicklungen oder wichtige Ereignisse festmachen können. Dazu müssen wir uns an Urkunden und Aufzeichnungen halten, die meistens Andere andere über unsere Vorfahren angelegt haben.

Die Waldhäuser treten im frühen Mittelalter in die Geschichte ein.

881 übereignete der Priester Helprad seinen Besitz in der Mark Waldhausen („… in Fine vel Marka walthusa“) dem Kloster Prüm zur Erlangung seines Seelenheils und zur rechtlichen Absicherung seines Besitzes im sogenannten Oberlahngau /“…in pago qui vocatur superior logana…“). Die Übereignung seines Besitzes in Waldhausen war für Helprad ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, da er vom Kloster Prüm Rechte in zwei Gemeinden des heutigen Rhein-Lahn-Kreises, in Flacht und Oberneisen, erhielt. Auch wenn das genaue Ausmaß und die Lage der Mark Walthusa durch die Beschreibung in der Urkunde nicht exakt festgelegt werden kann, wird 881 als die Ersterwähnung des Stadtteils Waldhausen angesehen, und nach unserer großen 1100-Jahrfeier von 1981 feiern wir heute im bescheidenen Rahmen unsere 1125 Jahre Waldhausen.

Nach der Ersterwähnung von 881 vergehen fast 400 Jahre, bevor Waldhausen wieder zum Gegenstand wird, über den fremde Herren verfügen, ohne das die Waldhäuser darauf Einfluß nehmen können. Durch die Teilung des nassauischen Besitzes von 1255 unter den Grafen Otto und Walram wurde die nördlich der Lahn gelegene Siedlung Walthusen der ottonischen Linie des späteren Nassau-Oranien zugeschlagen. Dieser Zustand dauerte bis 1773, als durch einen Tauschvertrag Fürst Carl zu Nassau-Weilburg die volle Souveränität in Löhnberg, Odersbach und Waldhausen erhielt. Vor 1773 war Waldhausen politisch und rechtlich eine geteilte Gemeinde.

Die eine Hälfte gehörte zu Nassau-Oranien und damit zum Amt Löhnberg, und die andere Hälfte war Nassau-Weilburg untertan. Viele Streitigkeiten ergaben sich für die Einwohner Waldhausens, wenn es um Wegbau, Mahlrechte oder Gebühren für Kirchenbänke in Löhnberg ging. Die Amtmänner auf der Lahneburg waren harte Knochen. Man stritt heftig um jeden Heller und Gulden, denn das Leben in Waldhausen war von harter Arbeit, vielen Entbehrungen und Armut gekennzeichnet.

Im Spätmittelalter besaßen mehrere weltliche und geistliche Herrschaften Güter in Waldhausen, wie die Rübsame von Merenberg (1455 – 1489) und das Walpurgisstift in Weilburg, aus dessen Verpachtungsprotokollen und Registern uns einige Waldhäuser Einwohner namentlich zwischen 1490 und 1507 überliefert sind:“Dyderich, Katharina Goken, Conrad und Gyrhard, Hans Loer, Christine Peuser, Peter von Barge, Elßgin Schriber“. Der Bürger „Eyle von Walthusen“ wird besonders erwähnt, da er „…de vinea in der Walterbach…“, d.h. durch seine Weinberge Geschäfte mit dem Weilburger Stift tätigte. Hinweise aufWeinbau „…in Monte Walterbach…“, auf dem Südhang des Walderbachtales an der Grenze mit Weilburg tauchen im 15 Jahrhundert immer wieder auf.